Vor kurzem waren wir zu einem Geburtstags-Brunch eingeladen. Die beiden Geburtstagskinder (beide 30 geworden) hatten weder Kosten noch Mühen gescheut, all ihre große und kleine Gäste zu verwöhnen. Keksileins Augen strahlten, als er gleich zu Anfang ein neues Spielauto geschenkt bekam, mit dem er sich lange beschäftigte. Er raste auf den Terrassen-Platten umher, schoss über die Tische und hatte sichtlich Spaß.

 

Doch dann entdeckte er das Gehege der Schildkröten. Diese langsamen Tierchen faszinierten ihn scheinbar völlig. Er stand unbeweglich vor ihnen und sah dabei zu, wie sie gemächlich in Richtung Salatblätter krochen. Sein Blick sprach Bänder und so bekam er die Erlaubnis, sich den Schildkröten anzunähern.

 

Er verlor seine „Angst“, als ich mich zu ihm setzte und zeigte, wie man mit diesen Tieren umgehen darf. Als die Schildkröten ihm dann auch noch die Salatblätter direkt aus den Händen fraßen, war er völlig begeistert. Er strich vorsichtig über ihre harten Panzer und redete mit ihnen, als würden sie gleich Antwort geben.

 

Die Tatsache, dass sie sich so langsam fortbewegten, schien Babykeks eine gewisse Sicherheit zu geben, und so konnte er völlig frei von Ängsten mit den Tieren umgehen und seine Erfahrungen machen. Wir erzählten ihm, dass die Schildkröten bald Winterschlaf halten würden und sie dazu einen extra Platz im Keller haben würden. Er sorgte sich um diese Tatsache und wollte wissen, ob sie dann Angst haben würden im Dunkeln.

 

Es erstaunte mich, wie fürsorglich er war und wie viele Gedanken er sich um die kleinen Tierchen doch machte. Er verweilte sehr lange bei den Tieren und sprach noch einige Tage danach von den „Kröten“ mit dem harten Panzer.

 

Einer unserer Gartennachbarn pflegt ebenfalls Schildkröten in einem großen Gehege und als ich Babykeks dies verriet, war er ganz hin und weg und möchte sich immer, wenn wir im Garten sich „nur kurz“ anschauen. Denn er hat sich gemerkt, dass sie bald zum Winterschlaf „in den Keller“ müssen und bis es soweit ist, möchte er sie noch ein bisschen füttern und mit ihnen spielen.

 

Wenn Babykeks im Garten „seine Ruhe“ haben möchte, bittet er mich stets, zu den Schildkröten zu dürfen. Dort erholt er sich wohl von der Hektik des Alltags eines Kleinkindes und sammelt neue Kraft für neue Entdeckungen, denn eines findet er ganz erstaunlich: „Mama, die sind ja soo langsam, aber sie kommen trotzdem immer an.“ Frei übersetzt bedeutet dies wohl so viel wie „Der Weg ist das Ziel“.

 

Weise Worte von einem Zweijährigen 😉

                           

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Sabrina

… wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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